“vor mir entlang” für vier Blockflötenspieler trägt - ebenso wie meine in zeitlicher Nachbarschaft realisierte, multimedial-theatralische Komposition “Apparitionen IV” - Züge eines musikalisch-dramaturgischen Denkens, das die Kompositionsverfahren von vor mir entlang mit geprägt hat. Dies heißt jedoch nicht, dass der Komposition ein Programm, eine textliche Vorlage oder ein Anlass immanent wäre. Dramaturgie meint hier die Verwendung von Aspekten des Dramatischen, also etwa Spannungsverläufe, Brüche und Querverweise.
Der auf Existentielles zielende Gehalt der Komposition wird durch die hier angewandten Kompositionsverfahren derart herausgestellt, dass z.B. aus einem Blasinstrument ein Schlaginstrument wird, indem praktische jeder ton durch eine Spieltechnik “eingefärbt” wird.
Zu greifen ist eben wenig, zu fassen für mich gleichwohl viel, wenn auch nur mit großer Anstrengung. Dies ist jedoch ungleich mehr, als die scheinbar sichere Position einer sich immer wiederholenden Selbstbestätigung, sondern - etwas, das “vor mir entlang…”
Thomas Chr. Heyde
